Sommerferien in Kasachstan

Wir sind nun das vierte Mal in Almaty, aber weil die vorherigen Male im Winter oder während der Pandemie waren, konnten wir erst jetzt die touristischen Highlights der Region besuchen. Und weil sich die Region seit unserem letzten Besuch weiterentwickelt hat, ist dort ganz schön touristische Infrastruktur entstanden – von der „guten Sorte“!

Der Charyn Canyon liegt nur 250km südöstlich von Almaty und ist daher besonders beliebt unter Ausflüglern, insbesondere am Wochenende, sodass wir darauf geachtet haben, wochentags Almaty zu verlassen. Unser Plan, am späten Nachmittag am Canyon anzukommen, ging voll auf und wir erlebten Gesteinsformationen im warmen Licht der tiefstehenden Sonne. Früher (also die letzten Male als wir in der Gegend waren) war es erlaubt, mit dem Auto durch den Canyon zu fahren und überall wild zu campen. Das ist jetzt im gesamten Nationalpark nicht mehr möglich, es sei denn, man wandert.

Wir liefen zum Aussichtspunkt des „Castle Valley“, wo die Felsen angeblich wie ein Schloss oder eine Burg aussehen. Naja, wenn man viel Phantasie hat vielleicht. Aber es klingt und vermarktet sich schön! Überhaupt ist es dort schön gestaltet: es gibt überall schattige Sitzgelegenheiten, ausgeschilderte Wege, natürlich auch Verbotsschilder und Schautafeln. Es fühlte sich sehr nach Europa oder Nordamerika an, nicht mehr nach Zentralasien. Im neuen, modern gestalteten Besucherzentrum gibt es saubere Toiletten, ein schickes Restaurant (mit kasachischer Küche), ein paar Imbissbuden mit Eis, kalten Getränken und Snacks – und eine indische Essensbude – lecker!

Wer schonmal in Südostasien oder Lateinamerika unterwegs war, der vermisst im „Rest der Welt“ (Afrika und Zentralasien) solche minimalen Annehmlichkeiten wie Getränkeverkauf an Sehenswürdigkeiten. In Afrika oder Zentralasien steht man meist an den tollsten Orten, Sehenswürdigkeiten und Highlights und niemand kommt auf die Idee, einfach aus einer Styroporbox Getränke anzubieten. Und hier, am Charyn Canyon, gab es das sogar als Snack-Bars und Kioske! Wir gönnten uns ein Eis und es fühlte sich so richtig nach Sommerferien an: schöne Landschaft, gutes Wetter, schattiges Plätzchen mit guter Aussicht und um uns herum nur entspannte Leute in Urlaubslaune.

Vanlife ist nicht immer romantisch – besonders nicht ohne Van 🙂

Man kann für 90€, beziehungsweise 110€ in „Glamping“ Zelten oder Hüttchen übernachten, aber wir haben ja unseren Passat Hans zum Camping! Für Wohnmobile (und in dem Fall ist Hans ein Wohnmobil) ist Camping nur auf dem Parkplatz des Besucherzentrums erlaubt. Das ist zwar alles andere als ein schöner Übernachtungsplatz, aber nachdem wir entlang des Wakhan und Pamir Highways gesehen haben, wie voll die Natur mit Feuchttüchern ist, wo auch immer ein Auto parken kann, können wir das Campingverbot für Fahrzeuge im Nationalpark voll und ganz verstehen. Wir wissen, dass sich einige „Overlander“ nicht daran halten, aber wir schon und so verbrachten wir eine ruhige Nacht in Hans inmitten „echter“ Campingfahrzeuge aus Deutschland, Russland, Kasachstan und der Schweiz.

Zu Sonnenaufgang morgens um 4:30 Uhr füllte sich der Parkplatz so langsam und auch ich lief los, den Canyon im sanften Morgenlicht zu erwandern. Statt die Felslandschaft zu bewundern und zu fotografieren, gefielen mir die Tiere besser: ein großer Feldhase hoppelte vorbei und ich schlich mich mit viel Geduld Schritt für Schritt an den Bau eines Pfeifhasen heran, vor dem ich dann zur Salzsäule erstarrte, um das süße Tier beim Frühstück aus aller nächster Nähe beobachten zu können. Pfeifhasen heißen so, weil sie pfeifen. Ziemlich schrill und ziemlich laut machen sie ihrem Namen alle Ehre. Vielleicht war der kleine Pfeifhase zu meinem Füßen auch das Beste des ganzen Canyons.

Ehrlicherweise müssen wir nämlich sagen: die totale Begeisterung anderer Reisender können wir nicht teilen. Ja, schön. Aber auch nicht einzigartig oder besonders. Für uns eine Mischung aus „Morros Vermelhos“ in Angola, „Barranca del Cobre“ in Mexiko und eine Miniaturausgabe vom Fishriver Canyon in Namibia. Von allem ein bisschen, je nach Blickwinkel. Auf Facebook schrieb jemand „Landschaft wiederholt sich mehrmals auf der Erde“. Und genau so haben wir es empfunden: schön, aber nicht schöner als wo anders auch. Für uns ein schöner Ausflug in den Sommerferien mit Eis, indischem Fast Food und schöner Aussicht.

Nach einem völlig unromantischen Frühstück auf dem Parkplatz fuhren wir zum nächsten „Ferienort“, dem „Black Canyon“. Der ist nur morgens „schwarz“, wenn die Sonne noch tief steht und die steilen Felswände im Schatten sehr dunkel erscheinen. Dementsprechend war auch schon einiges los am Aussichtspunkt: man konnte nicht nur frühstücken und Kaffee trinken, sondern auch über den Canyon schaukeln oder sich in traditioneller kasachischer Klamotte und mit Raubvogel vor dem Canyon fotografieren lassen. Irgendwie fanden wir, dass der Canyon etwas überbewertet ist und fuhren weiter in die Berge hinein.

Die Landschaft wurde immer alpiner mit Nadelbäumen, grünen Wiesen und klaren Bergbächen. Fast wie im Schwarzwald! Bloß ohne Dörfer, Menschen und Kühe, schließlich ist in Kasachstan Platz für Natur! Wir hatten von anderen Reisenden nur Horrorgeschichten über die Straße zum Kaindy See gelesen, aber was vor ein paar Wochen noch eine üble Baustellenpiste gewesen sein muss, ist nun eine frisch asphaltierte Straße, die auf einem riesigen Schotterparkplatz endet, um den herum Cafés und Restaurants auf Ausflügler warteten. Es herrschte eine richtig nette Urlaubsatmosphäre!

Zum See kann man entweder 2,5km laufen oder über eine andere Route reiten. Erstaunlicherweise war der Preis für den Reitausflug mit 16€ pro Person total akzeptabel und wir entschieden spontan, zum Auto zurück zu laufen, uns „pferdetaugliche“ Klamotten anzuziehen (welche, die am Emde des Tages riechen dürfen) und zu Pferd statt zu Fuß den See zu erreichen. Beide Pferde waren etwas nervös und unser Guide animierte sie zusätzlich noch, indem er sein Pferd ständig antrieb. Mir macht das nichts aus, aber Jan gefiel sein ständig antrabendes, unruhiges Pferd gar nicht.

Das letzte Stück zum See muss man auch als Reiter laufen und trifft dort auf die Wanderer wieder, sodass es doch etwas voller wurde als erwartet. Trotzdem: entspanntes, freundliches Warten, bis man an der Reihe ist, ganz vorne auf der Holzplattform Fotos zu machen, überall nette Menschen, die versuchen, für sich selbst und andere das perfekte Urlaubsfoto zu machen. Mit mehr oder weniger großem Fotografen – Erfolg. Das Besondere am See ist nicht seine Farbe, sondern die Baumstämme, die seit 115 Jahren aus dem Wasser ragen und den Kaindy See ziemlich speziell machen.

Der See entstand erst 1911 durch ein Erdbeben, welches einen Erdrutsch verursachte und ein Becken formte, in dem sich seitdem eiskaltes Wasser sammelt, das die Fichtenstämme gut konserviert. An anderen Stellen ist der See übrigens 30m tief und wegen des klaren Wassers beliebt bei Tauchern. Obwohl man nicht wirklich von einem Badesee sprechen kann, denn auf rund 2000m ist die Wassertemperatur auch jetzt im Sommer einstellig und im Nationalpark ist Baden sowieso verboten.

Wir ritten wieder auf den unruhigen Pferden zurück, die ständig antrabten und ziemlich „Stalldrang“ hatten und tranken dann in einem der Cafés rund um den Parkplatz Eiskaffee und beobachteten Leute. Wir genossen es sehr, solche Sehenswürdigkeiten mit Annehmlichkeiten zu erleben, denn genau den Luxus von echtem Kaffee oder einfach nur einer Einkehrmöglichkeit haben wir in den letzten vier Jahren entlang der afrikanischen Westküste sehr vermisst. Und wenn es jetzt noch zum größten Luxus leckeres Essen gäbe… Und das gab es! Wieder indisch! Weil alle Reisende, die länger als einen zweiwöchigen Sommerurlaub in Zentralasien verbringen unter der lokalen Küche leiden, gibt es überall, wo möglich, Empfehlungen, der „kulinarischen Enttäuschung“ zu entkommen. Wir folgten der Empfehlung und erlebten eine „kulinarische Begeisterung“ beim Inder.

Dann wurde es Zeit, uns einen Übernachtungsplatz zu suchen. Am Morgen hatten uns Franzosen von einem See erzählt, der in Fahrtrichtung Almaty liegt und sehr schön sein sollte. Für uns würde es die letzte Nacht des Sommers in Hans werden und so beschlossen wir, den See zum krönenden Abschluss anzufahren. Wir fuhren durch den „Schwarzwald“ Richtung Steppe und sogen die Landschaft Kasachstans nochmal richtig in uns auf: eine Herde Pferde erlaubte mir, mich an einem klaren Bach aus dem sie trank zu ihnen zu setzen und es fühlte sich an, als sei ich mitten in einem kitschigen Gemälde gelandet. So schön!

Später, als wir durch die Steppe fuhren, galoppierten Pferde über die goldene Ebene und erinnerten uns sehr an die Mongolei. Hier gehören Pferde zur Seele dieser Länder. Vielleicht fühlen wir uns ihnen so verbunden, weil sie etwas verkörpern, was wir selbst immer wieder spüren: Freiheit. Wenig Grenzen, wenig Müssen, wenig Ziele, die erreicht werden müssen. Nur der weite Horizont, der warme Wind auf der Haut, die Stille der Steppe und dieses unglaubliche Gefühl, einfach draußen in der Welt zu sein, frei sein um zu ziehen, wohin der Wind uns trägt – und einfach nur da zu sein. Den Moment zu genießen, das Leben spüren… Kasachstan tut gut!

Wir fuhren nochmal am „Black Canyon“ vorbei. Diesmal hatten wir die Aussichtsplattform ganz für uns alleine, denn im warmen Abendlicht ist der Canyon alles andere als schwarz, er glüht regelrecht voll Farben, denn Felswände und Talboden leuchten fast in grell: türkisfarbenes Wasser, grünes Gras und Bäume, ockerfarbene Felsen. Gut, dass wir 2x dort waren, denn in bunt hat uns der Canyon besser gefallen! Morgens dachten wir noch „och ja“, abends wurde es dann „schöööööön“. Und wieder dieses Gefühl von Sommerferien…

Wir erreichten den See pünktlich zu Sonnenuntergang und es wurde richtig kitschig: zwei Pferde liefen um uns und Hans herum, als würden auch sie den besten Platz suchen, um die Sonne hinter den Bergen versinken zu sehen, den Moment genießen, wenn die Berge rundum zu Schatten vor einem spektakulär bunten Himmel werden und der See still und blau vor uns liegt. Uns platzte fast das Herz vor der Schönheit dieses Moments, des Hier und Jetzt. Und wir waren ganz alleine am See!

Dann kam der Vollmond über einen Hügel geklettert und wir saßen auf unseren Campingstühlen neben Hans, schauten auf den See und die Berge und wurden wehmütig: dieses Reisekapitel schließt sich nun. Es ist ein bisschen Abschied von Zentralasien. Wir haben endlich gesehen, was wir noch sehen wollten, haben unsere persönlichen weißen Flecken der Landkarte Zentralasiens mit vielen Erlebnissen und bleibenden Erinnerungen gefüllt, endlich Turkmenistan und Afghanistan kennengelernt, haben den Pamir Highway und Wakhan mit Hans „bezwungen“ und fast sechs Monate (außer in Afghanistan) in einem Kulturraum verbracht, in dem wir uns ein kleines bisschen „zuhause“ fühlen.

Wir sind aber auch emotional „fertig mit Zentralasien“. Der ständige „Pamir Bug“, die häufige „Kotzeritis“ oder die Angst vor der nächsten Infektion, das tägliche Grauen bei der Suche nach Essen, das weder fettes Fleisch noch extra fettes Fleisch enthält und der Fakt, hier nichts wirklich Neues mehr zu erleben und lernen zu können, weil wir zu oft, zu lange und zu intensiv in der Region waren, macht ein Gefühl von „genug Zentralasien“. Das hatten wir vor vier Jahren schonmal, aber da war uns langweilig, weil die Region hier (außer Afghanistan) unglaublich einfach zu bereisen ist: keine komplizierten Visa oder Zollvorschriften, gute Infrastruktur von Straßen und Unterkünften und an jeder Ecke (außer Afghanistan) andere Reisende, wenn man mal unter Gleichgesinnte möchte. Damals wie heute hat Zentralasien den Wunsch nach der „weiten Welt“ gestärkt, die Sehnsucht nach Abenteuer, nach Authentizität und etwas rauem Reisen genährt. Damals haben wir beschlossen, die Westküste Afrikas entlang zu reisen, aber auch das liegt jetzt hinter uns. Was kommt jetzt? Vielleicht erstmal ein bisschen Urlaub. Im Oktober. Seid gespannt!

Während um uns herum die Pferde schnaubten, der Vollmond das Bergpanorama und den See ausleuchtete, nahmen wir Abschied von Zentralasien und dem Sommer 2026. Ein letztes Mal dieses Jahr kuschelten wir uns in unser Bett in Hans, zählten Sternschnuppen und beobachteten Satelliten durch die Heckscheibe und genossen die Freiheit in der Natur im 1000 Sterne Hotel. Am nächsten Morgen war der See nicht mehr ganz so zauberhaft wie im Abendlicht oder Mondschein und wir packten nach einem Frühstück in der Sonne ein letztes Mal ein. Als wir zurück auf die Straße fuhren, kamen uns die ersten Wochenend-Ausflügler entgegen. A propos “Wochenende”: letztes Wochenende ist ein Interview mit uns erschienen, das Ihr hier lesen könnt: “8 Jahre Weltreise – wir wollen beide dieses Leben

Wir fuhren zurück nach Almaty und zogen in ein kleines Apartment ein, gingen zum Georgier lecker essen und Jan verschwand mit Rückenschmerzen in der Badewanne. Das „ruppige“ Pferd hatte ihm am Vortag den Rücken „verzogen“. Das war am nächsten Tag nicht besser und so liefen wir den halben Tag durch die Stadt, um den Rücken durch Bewegung vielleicht in den Griff zu bekommen. Das klappte nicht, aber wir fanden eine billige Reisetasche für unser Gepäck, denn ab nächster Woche reisen wir ja ohne Hans weiter. Jan entschied spontan, einen Massagetermin am Abend wahrzunehmen und während er sich eine Stunde lang den Rücken weich kneten ließ, durfte ich nebenan eine klassische Thai Massage genießen. Sommerferien in Kasachstan!

Eine davon ist unsere Lagerbox, in der unser “Haushalt” nun lagert.

Die Massage half etwas und am nächsten Morgen räumten wir Hans komplett leer. In unserem winzige AirBnb stapelte sich alles, was sich in den vergangenen sechs Jahren  und 120.000km im Auto angesammelt hatte: von Bett über Küche bis hin zu afghanischen Papierdrachen aus Kabul. Die Waschmaschine lief im Dauerlauf, denn wir wollten nur saubere Sachen einlagern, um Schimmel etc. vorzubeugen. Apropos „vorbeugen“: Jans Rücken wurde nicht besser und er suchte einen Osteopathen auf. Das Gute an „krank im Ausland“ ist ja: wenn man Hilfe braucht, bekommt man sie dann, wenn man sie nötig hat und nicht erst Wochen später, wenn der nächste Termin frei ist.

Termin beim Orthopäden und zum MRT

Der Osteopath diagnostizierte bei Jan ein ausgerenktes Iliosakralgelenk und zwei verspannte Halswirbel und während Jan sich behandeln ließ, lief ich zum Ärztehaus, um nach meinem im April in Tiflis umgeknickten Fuß schauen zu lassen. Wir haben jetzt gerade Zeit, uns um uns selbst zu kümmern und in Almaty ist die medizinische Infrastruktur hervorragend und man muss nirgendwo auf einen Termin warten. Man meldet sich mit „Hallo, ich brauche ein MRT“ und bekommt gesagt „okay, um 11 Uhr Zimmer 003“. Kein wochenlanges Warten. Und dann kommt man um 11 Uhr auch wirklich in die Röhre. Beziehungsweise: mein Fuß kam in die Röhre. Diagnose: Synovitis im Sprunggelenk, alle Bänder, Kapsel, Knochen gesund. Da wir die nächsten Wochen sowieso körperlich weniger aktiv sein werden, passt das ganz gut.

Nachdem alles gewaschen und sortiert war, brachten wir unseren „Haushalt“ in die angemietete Lagerbox und den leeren und uns so ganz fremden Hans zur Autowäsche. So dreckig und staubig konnten wir ihn nicht beim Lackierer abgeben! Als die „Autowaschfrau“ fertig war, strahlte Hans innen und außen fast wie ein Neuwagen und wir überlegten kurz, ob wir den Termin beim Lackierer wieder absagen sollten. Natürlich nicht! Deswegen waren wir ja in Almaty!

Almaty hat sich übrigens auch stark verändert. Die Stadt hat uns ja schon immer gefallen, aber nun fühlt sie sich wirklich als „Weltstadt“ an. Neue, moderne Gebäude überall, die alten Plattenbauten neu verputzt und aufgehübscht, ordentliche Geh- und Radwege und sogar neue Fahrspuren auf den Straßen für Fahrräder und e-Roller! Alle flitzen mit den nur in Deutschland verhassten und verkannten Elektrorollern durch die Stadt und zeigen, wie sehr solche Angebote die Mobilität in Städten ergänzen und den Verkehr entlasten. Weil man mit Fahrrad und Roller sogar auf extra abgegrenzten Fahrbahnen entgegen der Einbahnstraßen fahren darf, ist es noch zusätzlich attraktiv.

Der Lack muss definitiv neu!

Am Freitag haben wir Hans dann beim Lackierer abgegeben. Fast genau 20.000km seit Abfahrt Mitte März zuhause liegen hinter uns, außer der Servopumpe in Russland hatten wir keine Panne – und auch die war ja in 1,5 Stunden mit einer neuen Pumpe schnell gelöst. Hans hat auch in unserem sechsten gemeinsamen Jahr bei mittlerweile 19 zusammen bereisten Ländern gezeigt, dass er ein treuer, verlässlicher Reisepartner ist. Und wie immer stellen wir fest: billiger kann man nicht reisen! In Kasachstan haben wir manchmal nur 13 Cent pro Liter LPG gezahlt und als leichter PKW ist der Verbrauch natürlich gering. Ja, wir investieren jetzt in ihn, aber weil wir wissen, dass Hans technisch trotz 420.000km Laufleistung top ist und der Motor seit dem letzten Ölwechsel in Nukus vor 10.000km gerade mal 300ml Öl konsumiert hat, sind wir überzeugt, dass das gut investiertes Geld ist. Wir brauchen keinen teuren Allrad – Overlander, keinen Schnick und keinen Schnack. Für uns ist das „fahrende Bett“ absoluter Luxus und auf dem Pamir Highway hat Hans bewiesen, dass er all das kann, wofür sich andere ein 300.000€ teures Expeditionsmobil anschaffen. Wir haben vor 6 Jahren schlappe 900€ ausgegeben und finden, Hans hat die Schönheitskur beim Lackierer verdient.

Nächstes Jahr holen wir ihn ab und fahren mit ihm weiter. Wohin? Wissen wir noch nicht. Bis dahin reisen wir ohne ihn weiter, schließlich warten unsere Motorräder seit Februar auf uns in Kapstadt. Doch bis wir in Kapstadt sind, liegen noch ein paar besondere und ein für uns sehr, sehr ungewöhnliches Reisekapitel vor uns: wir machen tatsächlich mal drei Wochen Urlaub! So richtig! Aber vorher bleiben wir noch ein bisschen ohne Hans in Kasachstan – und es wird ganz, ganz einmalig. Wir sind schon völlig hibbelig! Während wir ungeduldig buchstäblich auf den Start warten, könnt Ihr den zweiten Teil unserer Wakhan Fahrt durch Tadschikistan genießen. Definitiv ein Highlight dieses Sommers!

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