
Ihr habt es gleich geschafft: dies ist der letzte Blogbeitrag zu Turkmenistan, gespickt mit zwei allerletzten Highlights eines Landes, das wir gerne mit viel mehr Zeit bereist hätten. Und weil Pfingsten war, hattet Ihr vielleicht auch ein bisschen Zeit, die vorherigen drei Beiträge über Turkmenistan zu lesen. Über ein Land, das so ganz anders ist, als man denkt.
Wir verließen Ashgabat, die weiße Stadt mit unserem schwarzen Auto, das, glaubt man den heimischen Medien (und das hatten wir teilweise auch), gar nicht in die Stadt hätte hineingelassen werden dürfen. Ein letztes Mal cruisten wir als „schwarzes Schaf“ herum – und standen sogar im Stau. Ja, auch das gibt es in Ashgabat, der angeblich „menschenleeren Geisterstadt“. Fahrt mal hin!

Zwei lange Fahrtage lagen vor uns: die Durchquerung der Karakum Wüste von Süd nach Nord. Die Strecke, die von allen als so schlimm beschrieben wurde, dass uns eine Agentur nicht ermöglichen wollte, das mit unserem 35 Jahre alten VW Passat „Hans“ zu fahren. Doch wir hatten Hans vorbereitet (höher gelegt und Extra Load Reifen montiert) und nachdem Mevlis, unser Guide, Hans einige Tage zuvor kennengelernt hatte, war auch er überzeugt: der Hans, der kann’s! Als er jedoch erfuhr, dass wir kein Ersatzrad haben, weil in der Ersatzradmulde unser LPG Tank sitzt, wurde er doch ein kleines bisschen nervös…

Die 660km lange Strecke ist die einzige direkte Verbindung zwischen der Hauptstadt Ashgabat und dem Westen Usbekistans und in einem katastrophalen Zustand. Wären wir vor sieben Jahren wie geplant gekommen, hätten wir eine gerade ausgebesserte Straße erlebt, aber seitdem sind tausende, schwer beladene LKW von und nach Usbekistan über die damals schon Flickenteppich – Straße gerumpelt, dass von der ursprünglich asphaltierten Straße heute nicht mehr viel übrig ist außer tiefe Schlaglöcher und scharfe Kanten an den Restflecken des Asphalts. Und drumherum nur Wüste, 200km ganz ohne Siedlungen – aber trotzdem meist mit Handynetz. Ja, in der Wüste, in Turkmenistan.

Es war so heiß, dass Mevlis auf der Rücksitzbank nicht genug „Gepuste“ von der Klimaanlage abbekam und in der Sonne grillte. Wir tauschten Plätze: er ließ sich auf dem Beifahrersitz von der Klimaanlage tiefgefrieren, ich taute hinten wieder langsam auf. Hans schlug sich wacker, nahm auch die schärfesten Kanten und tiefsten Schlaglöcher mit Bravour und wir kamen gut vorwärts. So gut, dass wir, so Melvis, viel zu früh an der ersten Sehenswürdigkeit der Strecke ankamen: dem „Matschkrater“. Wir hatten ein lustig vor sich hin blubberndes Matschloch wie in Aserbaidschan erwartet, aber der Matsch war ausgetrocknet und man konnte nur leicht das entweichende Gas riechen.

Und dann feierten wir 100.000km mit Hans! Als wir vor 6 Jahren unseren „Nasenbär“ für 900€ gekauft haben, sollte er „nur einen Sommer halten“. Das ist jetzt 16 Länder, 100.000km und unzählige Abenteuer als waschechter „Overlander“ her. Mit seinen 35 Jahren und 418.000km ist er eigentlich ein Oldtimer, aber für uns ist er Reisefahrzeug, Minicamper, Desert Runner, Sommerbett und Einkaufswagen zugleich. Und der tägliche Beweis: man braucht keine teuren Reisemobile. Der Hans, der kann’s! Auf die nächsten gemeinsamen 100.000km!

Ein paar Kilometer weiter war ein schönerer Krater, der mitten in der Wüste mit türkisblauem Wasser grell leuchtet – und ein bisschen Blubberbläschen hat. Leider auch Müll, denn der Wind pustet all das in das Loch hinein, was Menschen auf der Straße so aus dem Fenster werfen, hauptsächlich Plastikflaschen. So sauber und lupenrein gefegt das Land auch sonst überall ist: da haben wir einen kleinen Schandfleck entdeckt!

Und dann bogen wir ab auf die Piste zum berühmten Gaskrater, dem Tor zur Hölle. Die Piste, von der alle bis auf Murad der Meinung waren, dass wir sie mit Hans nicht schaffen würden. Auch ein Freund aus Bulgarien, der vor zwei Jahren mit dem Motorrad da war, riet uns davon ab: viel zu sandig, ohne Allrad nicht machbar! Das hatten uns so ziemlich alle Motorradreisenden gesagt und wir kennen diverse Geschichten stürzender Reisender und auch Murad musste schon zwei auf dem Weg total zerstörte Motorräder bergen lassen. Mevlis machte sich weniger Sorgen um den Sand, sondern um den steilen Hügel zum Jurtencamp.

Ich hatte ein kleines bisschen Sorge, dass wir uns einsandeln, aber weil ich weiß, dass der Gaskrater quasi eine Massentourismus Veranstaltung ist wusste ich, dass selbst wenn etwas passieren sollte, Hilfe schnell naht. Es nahte niemand, weil wir so gut durchgekommen und zu früh da waren, aber wir brauchten auch niemanden. Hans fuhr zum Tor zur Hölle, als wäre das der Weg zum Kaufland. Und dann standen wir da, vor uns loderte das brennende Gas, Hans schaute teilnahmslos wie immer und irgendwie war das doch nicht so beeindruckend, wie wir uns das vorgestellt hatten. „Wir sind zu früh, wartet auf später!“ riet Mevlis.

Hans kraxelte den Hang zum Jurtencamp hoch, überwand eine kleine Walfischdüne und wir zogen in eine turkmenische Touristenjurte ein, in der es Backofen – heiß war. Ich kenne mich dank meines Zweitjobs beim Jurtenkoenig in der Schweiz nun wirklich mit Jurten aus und weiß, dass das, in was Touristen schlafen müssen, in ganz Zentralasien der letzte Mist ist. Statt Naturmaterialien werden Plastikfolien genutzt und so wird die Jurte dann zum Gewächshaus, statt zur natürlichen Unterkunft.

Mevlis warf den Grill an und zauberte uns ein Abendessen, das wir vor dem Sonnenuntergang essen sollten, denn „danach kommen sie alle“. Wer? “Alle!” Wir liefen mit unseren Campingstühlen los, uns einen schönen Platz am Kraterrand zu suchen – für einen romantischen Sonnenuntergang am „Lagerfeuer“. Aus den umliegenden rund zehn Jurtencamps waren vielleicht 15 andere Touristen da und es war recht ruhig und beschaulich. Und dann kamen sie: Jan zählte 19 Geländewagen, die im Konvoi eine riesige Touristengruppe ausspuckten. Nachdem alle am Krater Fotos gemacht hatten, war für vielleicht 20 Minuten Ruhe, denn für die anderen Touristen war wohl Essenszeit.

Wir zwei saßen am Kraterrand, schauten auf die Flammen und es fühlte sich tatsächlich wie Lagerfeuer an. Nur das Knistern fehlte. Der Krater entstand versehentlich bei einer Testbohrung 1971 und weil die „Spezialisten“ der Meinung waren, man könne das Gas nicht austreten lassen und müsse es abfackeln, zündeten sie das Gas an. In der Annahme, dass nur so viel Gas vorhanden ist, dass die Flammen nach ein paar Tagen von selbst erlöschen. Das ist bis heute nicht passiert. Es gab mehrere Versuche, den Brand zu löschen, die allesamt erfolglos waren. Seit ein paar Jahren wird rund um den Krater kontrolliert Gas abgefangen, um es industriell zu nutzen und dadurch ist der Druck schon gesunken und die Flammen lodern nun weniger als noch vor wenigen Jahren.

Und plötzlich war wieder Schluss mit Lagerfeuer – Romantik: der nächste Schwarm Auto tauchte auf – und wie! Waren die Allradfahrzeuge mit der Reisegruppe zuvor noch respektvoll gefahren, tauchte eine wilde Meute deutscher Autos auf: hupend, mit Scheinwerfern, die bis zum Mond leuchten und mit Partymusik. Die Stimmung war dahin, denn das Lagerfeuer wurde zum Partyplatz. Die „Silkroad Rallye“ war angekommen. Völlig aufgekratzte Deutsche düsten wild mit ihren Autos in der Gegend herum: Hügel hoch, Hügel runter, Motor bis in den Drehzahlbegrenzer, Licht, um Satelliten einzuweisen und lautes Gekrakel. Immerhin hatten wir vor dem Überfall der Deutschen einen angefangenen netten Abend.

Wir verließen den Partyplatz und liefen zurück zum Jurtencamp. Der in der Nacht grellorange glühende Krater hat schon etwas ganz Besonderes und ich würde gerne nochmal wiederkommen, wenn kein deutsches Partyvolk ihn überfällt. In unserem Jurtencamp waren wir mittlerweile wieder allein: das Auto mit der japanischen Touristin war abgereist. Mevlis hatte uns erklärt, dass das üblich sei: 3 Tage Turkmenistan. Am ersten Tag Ankunft und Besichtigung in Konya Urgench, dann Fahrt bis zum Krater, Ankunft zum Sonnenuntergang, Fotos und Abendessen. Dann Weiterfahrt durch die Nacht bis Ashgabat. Auf DER Strecke. Im Dunkeln. Ankunft im Hotel: nach Mitternacht. Verrückt!

In der Nacht tobte ein Unwetter über uns hinweg und als die Hunde vor unserer Jurte um 4:30 bellten, weil der Generator des benachbarten Luxus – Jurtencamps gestartet wurde, weckte ich Jan und wir liefen im Morgengrauen nochmal zum Krater. Es war mein 50. Geburtstag und ich hatte die Hoffnung, den Sonnenaufgang ohne deutsche Nervtöter am Krater zu erleben. Ich hatte Glück: außer uns war zu der frühen Stunde nur eine japanische Reisegruppe auf den Beinen, die sich respektvoll verhielten und selbst die Morgenstimmung genossen. Doch die Sonne kam nicht. Wegen des Unwetters hing eine dicke Wolkenbank am Horizont, hinter der sich die Sonne versteckte.

Wir verabschiedeten uns vom Krater und fuhren nach einem schnellen Frühstück noch vor sieben Uhr los, denn die Strecke, die vor uns lag, sollte noch schlimmer sein als am Vortag. Es tat mir leid, diesen Ort zu verlassen, den ich mir erstens weniger touristisch und zweitens ohne deutsches Gegröle vorgestellt hatte. Trotzdem: einen noch besonderen Ort für den 50. Geburtstag kann man nicht wählen!

Auf den dann folgenden 200km hatte Hans ganz schön zu kämpfen. Einmal setzte er in einem Schlagloch mit einem großen Schlag auf dem extra dafür gekauften, massiven Unterbodenschutz auf. Reifen und Fahrwerk mussten zeigen, was sie können. Und sie konnten! Sechs Stunden brauchten wir für die 200km, immerhin nur eine halbe Stunde länger als die Fahrtzeit, die andere Reisende mit ihren Geländewagen dafür brauchen. Für die halbe Stunde mehr Zeit sparen wir bei jeder Tankstelle und jedem Reifenhändler extrem viel Geld, das war okay.

Der “gute” Teil der 660km durch die Karakum Wüste
Die dann folgenden 170km waren auch nicht das, was man in Europa „gute Straße“ nennen würde, aber die Löcher weniger tief und die unbefestigten Streckenabschnitte mit weniger schlimmem Waschbrett. Insgesamt waren wir aber doch 10 Stunden unterwegs. 10 Stunden Rumpeldipumpel bei extrem konzentrierter Fahrweise. Wir wechseln uns zwar ab beim Fahren, aber selbst als Beifahrer scannt man die ganze Zeit angespannt die Fahrspur nach tiefen Löchern und scharfen Kanten ab, sucht Ausweichmöglichkeiten, die beste Spur und schaut nach dem Gegenverkehr, der auch Haken schlagend und Slalom fahrend die beste Spur will.

Als wir in Konya Urgench ankamen, gab es dort nur ein einziges Hotel. Das wussten wir schon, aber wir wussten nicht, was wir für 74 $ bekommen würden. Bisher hatten unsere Hotels in Turkmenistan um die 50 $ gekostet und waren für unsere Verhältnisse immer luxuriös. Diesmal bekamen wir für so viel mehr Geld so viel weniger: ein mit schwarzen Haaren „dekoriertes“ Bad mit ungeputztem Klo und losem Toilettensitz, ein 1,80m kurzes Bett mit fleckiger Decke, WiFi nur an der Rezeption und krümeliger Boden. „Willkommen in Westafrika“, schien das Zimmer zu rufen. Naja, nicht ganz so schlimm: die Bettwäsche war dieses Jahr schonmal gewaschen worden, es gab Strom und sogar Wasser aus dem Wasserhahn! Und Frühstück mit “Knäcke”brot.

Konya Urgench bietet einerseits eine UNESCO Weltkulturerbestätte, andererseits aber keine touristische Infrastruktur. Auch ein Grund, wie Mevlis erklärte, warum die Touristen nur zur Besichtigung kommen, zum Gaskrater rumpeln und am selben Tag noch bis Ashgabat düsen. Aber wir erlebten eine ganz normale Kleinstadt auf dem Land. Keine weißen Gebäude, keine guten Restaurants oder schicke Läden, nicht mal befestigte Straßen rechts und links der Hauptstraße. Wir landeten in einem Restaurant, in dem gerade in ohrenbetäubender Lautstärke ein Geburtstag stattfand. Ich war zu müde, um meinen eigenen Geburtstag mitzufeiern und zu müde, um mehr zu essen als den Hackspieß, denn das dazu servierte Brot war mindestens drei Tage alt und hätte als Knäckebrot verkauft werden können.

Konya Urgench ist die Realität von Turkmenistan, die man sonst nicht sieht: das gemütliche und entspannte Treiben auf den Straßen am nächsten Morgen, staubige Straßen mit kleinen Geschäften, in denen wir unser letztes Geld in turkmenischen Manat ausgaben und zwei Tankstellen, von denen nur eine Strom hatte und an der wir Schlange stehen mussten. In Konya Urgench ist, abseits des UNESCO Weltkulturerbes, nichts Hochglanz, sondern alles ganz einfach „zentralasiatisch normal“.

Wir waren wegen „alt Urgench“ dort: eine historische Handelsstadt der Seidenstraße und ehemalige Hauptstadt der Choresmier. Das Choresmische Reich war eine islamische Macht, die über Zentralasien und Persien herrschte, bis die Mongolen (wer sonst…) das ganze Reich auslöschten. Angeblich, weil der damalige Herrscher größenwahnsinnig war und Dschingis Khan herausgefordert hat. Ziemlich dämlich, weil eigentlich hatte das choresmische Reich helle Köpfe wie zum Beispiel den Mathematiker, der die Algebra gegründet und das Wort „Algorithmus“ erfunden hat. Wenn der wüsste, dass das Wort heutzutage für Social Media eine Rolle spielt…

Schon von weitem sieht man das angeblich höchste Minarett Zentralasiens: es ist über die Jahrhunderte schief geworden und wenn man nach oben schaut, sieht es doch bedrohlich aus. Mevlis versicherte uns jedoch, dass man von innen stabilisiert hätte und das Minarett noch weitere Jahrhunderte stehen bleiben würde. Das hoffen wir sehr!

Vor dem Minarett mussten wir noch gefühlt hundert Selfies mit den Einheimischen machen. Genau die, die nach heimischen Pressestimmen nicht mit Ausländern reden dürften, belagerten uns geradezu, sodass wir ein wenig unter Zeitdruck gerieten, da wir an dem Tag noch ausreisen mussten und den Prozess vor der Mittagspause der Grenzer erledigt haben wollten.

Auch die Mausoleen waren noch erhalten, denn, wie Ihr vielleicht noch vom letzten Blogpost wisst: die Mongolen schlugen alles kurz und klein, was sie vor ihre Ponys bekamen, verschonten aber Mausoleen und manchmal auch andere religiöse Gebäude. Die Festung der damaligen Stadt ist deswegen nur noch ein Lehmhügel. Uns gefiel auch hier: die Restaurierung der Mausoleen beschränkte sich nur auf die Sicherung der Gebäude vor dem weiteren Verfall. Fehlten Steine eines Wandfrieses, wurde einfach glatt verputzt statt wie im Nachbarland Usbekistan nach Lust und Laune ergänzt. Wenn Ihr erfahren möchtet, was unser Problem (und das der UNESCO) mit Usbekistan ist, lest das hier mal von National Geographic.

Es war unser letztes Highlight in Turkmenistan, bevor wir nach Usbekistan ausreisten. Turkmenistan hat uns sehr gefallen. Wir haben ein Land kennengelernt, das wir gerne mit mehr Zeit und langsamer nochmal bereisen möchten. Es tat uns zwar leid, aus Turkmenistan auszureisen, aber wir brauchten ganz dringend eine Pause. Eine Pause von langen Fahrtagen und kurzen Nächten, rumpeligen Strecken, mehreren Highlights pro Tag und auch eine Pause von Menschen. Acht Tage waren wir selten allein und das lag nicht daran, dass wir unter angeblicher (wenn man “Westmedien ” glaubt) ständiger Beobachtung gewesen wären, weil wir tagsüber (und nicht immer) einen Guide dabeihatten, sondern auch ohne Guide waren da immer viele Menschen: andere Touristen oder liebe Einheimische, so wie am Minarett. Es ist schön, mitten im Trubel zu sein, aber jetzt war erstmal genug.

Wir rumpelten die letzten schlimmen Straßen auf die Grenze zu und reisten ganz entspannt aus Turkmenistan aus. Als wir durchs Niemandsland auf Usbekistan zurollten, machte sich Erleichterung in mir breit: wir hatten es geschafft! Sieben Jahre nach zwei an Motorschäden gescheiterten Versuchen haben wir Turkmenistan nicht nur erreicht, sondern auch sehr intensiv bereist! Und das alles mit einem 35 Jahre alten Fahrzeug, das alle im Vorfeld für extrem ungeeignet gehalten hatten und mit einem so straffen Zeitplan, dass wir uns keine größere Panne hätten erlauben können: ein einziger Tag Luft war übrig, acht Tage hatten wir von unseren neun Tagen Visum genutzt. Und alles hat so perfekt geklappt, dass es fast unwirklich erschien. Das war’s mit Turkmenistan!

Die Einreise nach Usbekistan war ein wenig „unglücklich“. Weil irgendwelche wichtigen Leute in weißen Hemden anwesend waren, mussten wir Hans komplett leer machen, Die Zöllner entfernten sogar Plastikverkleidungen an Hans, so genau musste gezeigt werden, was für tolle Zöllner sie sind. Leider war der Spürhund nicht ganz so toll. Für seine staubigen Pfoten, die er auf allen Sitzen abputzte kann er nichts, aber dann sprang er so wild motiviert um unseren Gepäckhaufen herum, dass unser Bett in den Dreck fiel und wir einen Haufen Staub wieder einladen mussten.

Und dann waren wir in Usbekistan. Nicht gerade unser Lieblingsland hier, wen man es von touristischer Seite betrachtet, aber da wir während der Pandemie 4,5 Monate sehr gerne im Land gewohnt haben, fühlt sich Usbekistan natürlich für uns ein Stück wie zuhause an. Wir hatten in Nukus ein AirBnb gemietet und machten Pause. Ursprünglich hatten wir nur fünf Tage Auszeit geplant, aber wir brauchten insgesamt eine Woche, um wieder bereit für die Weiterreise zu sein. Vom Fenster aus schauten wir auf das berühmte Museum in Nukus, aber weil wir Usbekistan schon kennen und damals im Museum waren, haben wir nur jeden Tag die Besucher gesehen, wie sie ins Museum gingen und hinterher in dem Café einkehrten, in dem wir auch schon vor sechs Jahre eingekehrt sind.

Nukus war damals optisch staubig und wenig ansprechend, jetzt ist uns direkt beim Hineinfahren in die Stadt aufgefallen, dass alle Gebäude frisch gestrichen wurden. Unser Vermieter, der lustigerweise vier Jahre in Idar – Oberstein gewohnt hat, erzählte vom Bauboom der letzten fünf Jahre. Nukus mausert sich!

Wir haben auch Hans mal auf einer Hebebühne gründlich angeschaut – und anschauen lassen. Wir hatten auf den schlimmen turkmenischen Straßen ein paar Geräusche gehört, die wir abklären lassen wollten: ein loses Hitzeschutzblech am Auspuff, ein paar Dellen in den Felgen (die in Amaty sowieso erneuert werden) und eine ausgeleierte Feder an der Bremszange. Ölwechsel, frisches Kühlwasser, alle Luftfilter auspusten, einmal komplette Handwäsche innen und außen und Hans ist wieder fit für die nächsten Abenteuer! Und wir auch.












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