
Wir sind in Namibia, dem „gelobten Land“ vieler Deutscher und sind als erstes in den Etosha Nationalpark gefahren: Tiere gucken! Mit dem richtigen Mindset ist Namibia auch für uns gut, obwohl es für Motorradfahrer nicht gerade ein Traumland ist, weil hier wie in Angola die Distanzen riesig und die Landschaft langweilig sind.

Wir waren in Angola ziemlich unter Zeitdruck, da wir ja unser Highlight des „Death Acre“, der Todeszone am Atlantik, nur bei Neu- oder Vollmond machen konnten und in dem riesigen Land bei nur 30 Tagen Visum zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein war zum Schluss etwas stressig. So sind wir drei Tage hintereinander nur gefahren, um es zu schaffen. Unterwegs haben wir nochmal Zwischenstopp bei Janet in Lubango gemacht, der Studienfreundin der Mutter eines kanadischen Freundes. Sie hat ihren neuen Grill eingeweiht und groß aufgetischt, ihre Haushaltshilfe hat unsere von den drei Tagen Wüste staubigen Klamotten gewaschen und wir mit ihr und ihrem Sohn Paul einen schönen Abend mit interessanten Gesprächen verbracht. Es ist immer interessant, Länder nicht nur aus touristischer Sicht zu erleben, sondern auch aus den Augen derer, die in Angola z.B. den Krieg miterlebt haben und das Elend derer kennen, die seit 40 Jahren in zwei verschiedenen Städten ihre Nachbarn sind.

Ich gehe immer gerne in fremden Ländern in einen Gottesdienst. Auch wenn ich in der Republik Kongo die Sprache nicht verstanden habe, war es doch eine intensive kulturelle Erfahrung und ganz anders als anderswo. Paul hat mich in Lubango in den Gottesdient mitgenommen und das war auch ganz anders als anderswo: so modern kannte ich das nicht! Nur wenige kamen mit Gesangsbuch oder Bibel, die meisten hatten ihre Handys in der Hand und scannten während des Gottesdienstes die diversen QR-Codes, die mit dem Beamer über den Altar projiziert wurden und zu Bibeltexten, Gesangstexten oder Veranstaltungen der Gemeinde führten. Für Menschen ohne Handy oder Internet gab es aber alle Texte gut lesbar auf die Wand projiziert, bei Liedern sogar Strophe für Strophe synchron zur Musik. Der gesamte Gottesdienst wurde für Daheimgebliebene gestreamt. Moderne Welt! Weil ich ja Portugiesisch kann, war das für mich zwar keine „kulturelle Erfahrung“, sondern eher ein Blick in die Zukunft. In Angola.

Der Tag wurde lang und öde. Sehr lang und sehr öde. 430km geradeaus bis zur namibianischen Grenze. Wir hatten einen Puffertag, falls irgendetwas passiert, brauchten den aber nicht und rollten pünktlich zu Sonnenuntergang auf die Grenze zu. Es dauerte länger, weil am Vortag zwei in Luanda geklaute BMW Reiseenduros an der Grenze aufgeflogen waren und wir mit Gepäck und Enduros ins Fahndungsraster der Zöllner fielen. Wir haben unsere Motorräder aber nicht geklaut und so reisten wir im Dunkeln nach Namibia ein. Seit April brauchen Deutsche ein Visum und die Beamten müssen per Hand alle Daten des online beantragten Visums auf ganze zwei Seiten im Reisepass übertragen. Dauert natürlich ewig. Auch, weil man eine Liste der voraussichtlich besuchten Orte machen muss, die auf ein anderes Formular per Hand übertragen wird. Die Bürokratie scheint ein Überbleibsel deutscher Kolonialzeit zu sein…

Jan war schonmal in Namibia, hatte aber vergessen, dass in Namibia seit dem Ende des 1. Weltkrieges Linksverkehr herrscht. Ich hatte mich schon gewundert, weil alle Fahrzeuge das Lenkrad auf der „falschen“ Seite hatten, aber mein Reiseleiter Jan war sich sicher: nein, das war deutsch und man fährt deutsch – rechts! Es war dunkel und kein Verkehr und so wurde ich zum Geisterfahrer. Nicht lange, denn ein wild gestikulierender Fußgänger wies uns auf den rechten Weg.

Jan: 118, Silke: 117 Länder.
Das von allen empfohlene portugiesische Hotel im Grenzort hatte ein Zimmer, aber weder Katzen noch Bedienstete hatten ein Lächeln oder Willkommen für uns übrig. Und wir hatten keinen Adapter für die Steckdosen. In fast acht Jahren unterwegs haben wir noch nirgendwo einen Adapter gebraucht und mussten den am nächsten Morgen erstmal kaufen. Das übernahm ich, während Jan sich ab 8 Uhr in die lange Schlange vor dem Mobilfunkgeschäft reihte. 2,5 Stunden später (Bürokratie und Digitalisierung haben hier definitiv deutsche Ausmaße!) hatten wir dann auch Simkarten und konnten los.

Wir hatten es nicht weit: nur 140km, doch die gingen uns an die Nerven. Der Verkehr war fast nigerianisch. Ständig überholten Autos in dritter Reihe und übersahen uns als Motorradfahrer, sodass wir mit sämtlichen Zusatzscheinwerfern und Aufblendlicht versetzt fuhren, um wahrgenommen zu werden. An der Tankstelle bettelten uns Himba-Mädchen an, die Kassiererin sprach kein Wort mit uns außer „3 $“, als ich nach der Toilette fragte. Nö, dann pieseln wir lieber in die Steppe.

Ob die Deutschen nie einen Zollstock mit nach Deutsch-Südwest gebracht haben?
Wir fanden eine wirklich nette Unterkunft, schafften es aber nicht, für den nächsten Tag einen Ausflug in den Etosha Nationalpark zu organisieren. Aus nachvollziehbaren Gründen („Essen auf Rädern“ für Löwen) ist es für Motorradfahrer verboten, in den Etosha Nationalpark zu fahren. Wir hatten einen Tag Zwangspause, um einen Besuch dort zu organisieren und scheiterten am Besuch des Spar Supermarktes, der wegen Renovierung geschlossen war. Irgendwie war der Wurm drin. Noch konnten wir nicht nachvollziehen, warum Namibia zu den Top 15 beliebtesten Reisezielen der Deutschen gehört. Doch wir schafften es, für den Folgetag Taxi und Safari zu organisieren und waren gespannt auf den Nationalpark!

Seit 1973 ist der Nationalpark eingezäunt
Am nächsten Morgen wurden wir von einem Taxifahrer abgeholt, der uns zu einer mit vielen Sternen dekorierten Lodge am Eingang des Nationalparks fuhr. Die Lodge verkauft auch für externe Touristen wie uns Safaris und wir hatten erwartet, mit den Hotelgästen zusammen ein Fahrzeug zu besteigen. Doch es kam viel besser: die Hotelgäste haben in ihrem Zimmerpreis eine nur fünfstündige Safari inkludiert, wir hatten eine Ganztagssafari von acht Stunden gebucht und somit das ganze Auto samt Driverguide ganz für uns alleine!

Ein Löwe (Suchbild) und die Morgensonne
Der Guide war wirklich super und wir hatten durch ihn einen echten Mehrwert. Nicht nur, dass er mit seinen Kollegen aus einer WhatsApp Gruppe ständig Infos bekam (Löwen hier, gerissenes Nashorn dort etc.), er erzählte uns zu jedem Tier, das wir sahen allerlei interessante Fakten und hatte Bildtafeln aller Tiere dabei, um sie miteinander zu vergleichen oder weggeflatterte Vögel nochmal zu zeigen. Wir verrieten ihm nicht, dass wir beide schon in Ostafrika auf Safari waren, beide schon die „Big Five“ gesehen haben und ich sowas auch beruflich gemacht und mit „Zebras Gucken“ Geld verdient habe. Für uns war es eine nette Auffrischung und schön, die ganzen „alten Bekannten“ wie Giraffen, Gnus, Löwen etc. wiederzusehen.

Natürlich war einiges los im Park, aber mehr als drei Autos waren wir nie an „Sehenswürdigkeiten“, was hauptsächlich daran lag, dass es im Park vor Selbstfahrern wimmelt: Touristen, die für teuer Geld Toyota Hilux mit Dachzelt mieten und dann ohne Guide und Safari im Nationalpark herumdüsen und eben nicht wissen, wo gerade ein Löwe etwas gerissen hat oder eine Familie Großkatzen im Schatten chillt.

Für uns wirkte der Nationalpark wie ein Abenteuer – Spielplatz für Erwachsene: mit einem Abenteuerfahrzeug auf Schotterstraßen herumgurken, ab und zu ein Tier sehen und abends auf einem völlig überteuerten Campingplatz in der Bordküche des Abenteuerfahrzeuges Nudeln kochen oder Fleisch auf den Grill legen. Überall fuhren solche Autos mit Dachzelt und riesigen Aufklebern der Mietwagenfirmen herum wie auf einem Jahrmarkt.

Für alle Leser, die gerne nach Namibia reisen möchten: es geht viel billiger und besser! Man braucht keinen Abenteuercamper mit Allrad und Dachzelt, ein VW Polo tut’s auch. Der Polo kostet pro Tag etwa 60-70€ weniger Miete und braucht auch weniger Sprit. Camping im Nationalpark kostet für zwei Personen rund 50 €, aber ein gutes Hotelzimmer mit Frühstück, eigenem Bad, Pool und Restaurant kostet außerhalb des Parks nur 30€. Die Safari mit Guide, Insiderwissen, Lunchpaket und kalten Getränken kostet 100€ pro Person. Nach Adam Riese hat man die Kosten für die Safari in zwei Tagen VW Polo und Hotel statt Toyota Hilux und Camping schon gespart. Wer auf den Schotterstraßen (außerhalb des Parks) etwas mehr Komfort möchte, mietet sich für rund 70€ einen Suzuki Jimny und geht trotzdem ins Hotel und bucht trotzdem eine professionelle Safari. Ist immer noch billiger als mit Toyota Hilux und Dachzelt auf einen Campingplatz zu gehen. Klar, sieht auf Fotos nicht wirklich abenteuerlich aus, so ein Polo, aber schont die Reisekasse enorm.

Die Schotterstraßen innerhalb des Parks sind übrigens mit heftigem Wellblech versehen. Wegen Staub und Tieren darf man aber je nach Streckenabschnitt nur 40 oder 60 km/h fahren, was nicht schnell genug ist, um das Fahrwerk das Wellblech „ausbügeln“ zu lassen. Man wird also den ganzen Tag übel herumgeschüttelt. Der Eintritt zum Park kostet nur umgerechnet 7,50€, sodass dort sicherlich kein Budget ist, um die Straßen zu pflegen.

Man darf im Park auch niemals aus dem Fahrzeug aussteigen und muss sich anschnallen. Toilettenstopp geht daher nur auf den offiziellen Campingplätzen des Parks, wodurch wir einen Eindruck davon bekamen, was man dann für seine 50€ an sanitären Anlagen bekommt. Für uns, die wir in den letzten Jahren diverse „Wandersafaris“ gemacht haben und insbesondere für mich, die beruflich zu Fuß Zebras gucken war, fühlte sich das ein wenig übertrieben an, aber Namibia ist nicht nur was solche Sicherheitsvorkehrungen betrifft, ziemlich deutsch.

Die Etosha Salzpfanne
Auch zu unserer Mittagsrast mussten wir auf einen Campingplatz, wo ich mich mit einem Hörnchen anfreundete und mit ihm einen Apfel aus dem riesigen Lunchpaket teilte. Jan freundete sich mit einem der hübschen Glanzstare ( wir nennen sie allerdings „Autolackvogel“) an und teilte Chipskrümel mit ihm.

Nicht nur die Stare und Hörnchen auf dem Campingplatz waren zahm, auch der Rest der Tiere im Nationalpark blieb völlig unbeeindruckt, wenn Autos und Menschen kamen. Unser Guide erklärte das damit, dass der Park seit fast 120 Jahren besteht und die Tiere seit Generationen an die Anwesenheit von Touristen in Autos gewöhnt sind. Es stört sie also überhaupt nicht, wenn ein Auto direkt neben ihnen hält und der Dieselmotor brummt. Sie kennen es nicht anders.

Der Park ist, obwohl riesig, komplett umzäunt, sodass keine Tiere einwandern können, die nicht an das Menschentheater gewöhnt sind. Für uns, die wir in den letzten 27 Monaten Reise entlang der Westküste Afrikas in unzähligen Nationalparks ohne Zaun waren, fühlte sich das noch mehr wie „Abenteuerspielplatz für Erwachsene“ oder „Zoo“ an. Der Zaun wurde 1973 aber nötig, um die Tiere besser vor Wilderei zu schützen. Seitdem müssen aber die Tierbestände mit Anti-Baby-Implantaten (für Löwen) und Jagd (Gnus etc.) kontrolliert werden.

Dafür, dass ein teilweise doppelter Zaun um den Park geht, haben wir vergleichsweise wenig Tiere gesehen. Vielleicht, weil er so groß ist und die Zahl der Tiere optimal gemanaged wird, vielleicht, weil an den teilweise künstlich angelegten und mit großen Wassertanks betriebenen Wasserlöchern wenig los war, weil es im letzten Monat geregnet hatte und es mehr Wasserlöcher als sonst zur Auswahl gab. Vielleicht aber auch, weil wir einfach mehr Reise- und Nationalpark-Erfahrungen und somit Vergleichsmöglichkeiten haben.

Im Vergleich zu Gabun vor rund sechs Wochen, wo wir „Chez Beti“ außerhalb eines Nationalparks und zu Fuß mehr Elefanten gesehen haben oder im Vergleich zum Ngorongoro Krater in Tansania, muss man im Etosha Nationalpark viele Kilometer fahren, um vergleichbar viele Tiere zu sehen. Wir sind in den neun Stunden Safari rund 300km gefahren.

Wir hatten außerdem erwartet, dass wir auf der Salzpfanne, nach der der Park benannt ist, große Herden von Tieren sehen, die dort Salz lecken (wie in der Waldlichtung des Dzanga-Sangha Parks in der Zentralafrikanischen Republik zum Beispiel), aber auf der riesigen weißen Fläche waren überhaupt keine Tiere. Die größeren Herden Gnus oder Zebras waren alle im Gras der Steppe. Auch schön, aber einfach anders, als gedacht.

Für uns war es ein netter Tag. Wir konnten in entspannter Atmosphäre „alte Bekannte“ aus der Tierwelt wiedersehen, dank des Guides unser Wissen dazu auffrischen, einen Einblick in den Tourismus von Namibia erhalten, ein wenig das Preisgefüge abschätzen – und am Ende des Tages in der luxuriösen Lounge der Lodge, über die wir die Safari gebucht hatten, mit Blick auf die Savanne guten Kaffee und kalte Getränke zu genießen (und dafür nur 6€ auszugeben). Wir waren zufrieden.

Abends in der 30€ Unterkunft trafen wir noch einen 76 Jahre alten Amerikaner, der schon zum 2. Mal mit dem Motorrad aus Frankreich angereist kam, weil er dieselbe Reise wegen COVID abbrechen musste und jetzt endlich durchführen wollte. Er war auf dem Weg nach Windhoek zu einem Arzt, bei dem er damals schon war, weil er sich vor ein paar Wochen im Kongo ein Geschwür eingefangen hatte, was er behandeln lassen musste. Nochmal für alle Leser: 76 Jahre, Motorrad, Westküste Afrikas. Ein sehr entspannter Typ. Er ist im August nach Marokko eingereist. Ob es da nicht ein wenig heiß in Mauretanien gewesen sei, wollte ich von ihm wissen. Er musste kurz nachdenken. „Ja, kann sein, dass es da wärmer war. Aber das ist halt Afrika. Da ist es warm!“. Sehen wir auch so. Aber mit 76 Jahren fanden wir das beeindruckend.

Der Amerikaner fuhr nach Windhoek zum Arzt, wir nach Tsumeb zum Zahnarzt. Ich hatte vor fünf Wochen im Norden Angolas in einem Nudelgericht auf einen Knochen gebissen und dabei ein Stück Zahnfüllung abgesplittert, was mich nervte. Janet aus Lubango (Angola) fährt immer nach Tsumeb in Namibia zum Zahnarzt und hatte mir empfohlen, das auch zu tun. Gesagt, getan: 30€, ein Röntgenbild, unzählige Zahnfotos und 1x Abschleifen und Polieren später war ich um eine „Arzt im Ausland“ Erfahrung reicher, die ich allen nur empfehlen kann, um ihr Weltbild und die Meinung über das deutsche Gesundheitssystem „zurechtzurücken“.

Tsumeb hat nicht nur einen netten Zahnarzt, sondern auch eine riesige Mine, in der bis heute Kupfer abgebaut wird, in der aber auch 70 Minerale neu entdeckt wurden, insgesamt 350 verschiedene Minerale vorkommen und ungefähr 40 davon nur dort und sonst (bisher) nirgendwo auf der Erde. Für Frau Dipl. Geo. natürlich ein interessantes Ziel!

Das winzige Museum der Mine befindet sich noch im Aufbau und der verantwortliche Geologe war gerade in Urlaub. Die nette Dame, die den Geologen vertrat, war zwar sehr nett, aber kannte sich nicht aus. Wer wie Jan noch nie in einem geologischen Archiv war, wer noch nie gesehen hat, wie mit Tusche und „Butterbrotpapier“ kartiert wird, der konnte auch ohne geologische Führung etwas lernen. Wer diese Karten selbst schon angefertigt hat und die Profs an der Uni mit Fineliner statt der aufwändigen Tusche und mit Glasfaser-„Radierer“ und Rasierklingen die eigenen „Tusche“zeichnungen „geschönt“ hat, war in dem Museum etwas unterfordert.

Ich wollte die rund 70 Minerale sehen, für die Tsumeb die Typlokalität ist, wo sie zum ersten Mal entdeckt, beschrieben und benannt wurden. Das Museum war aber thematisch nicht für Menschen wie mich ausgelegt und zeigte „Allerweltsminerale“, die wie die Tiere im Etosha Park „nett“ waren, wiederzusehen.

Wir besuchten dann noch das Museum von Tsumeb, in dem es nicht nur um die Mine ging (auch hier gab es die typlokalen Minerale nicht zu sehen, sondern nur „Massenware“), sondern auch um die für Deutsche peinlichen letzten Tage Südwestafrikas. Die Deutschen traten mit ganzen fünf Fahrzeugen, zwei veralteten Flugzeugen, 3000 Soldaten und ein paar unterernährten Klappergäulen gegen eine moderne Armee aus Südafrika an, die mit rund 3000 Fahrzeugen, modernen Flugzeugen und Waffen recht schnell für „Klarheit“ sorgten.

Weil die Deutschen wussten, dass sie unterliegen würden, versenkten sie noch schnell vor der Kapitulation ihre Waffen in einem nahegelegenen Karstsee, damit sie den Südafrikanern nicht in die Hände fielen. Die hätten sich wahrscheinlich über die armselige Ausrüstung totgelacht, aber zumindest kurzfristig erreichten die Deutschen ihren Zweck. Mittlerweile ist ein Teil der Waffen wieder aus dem See geborgen worden und steht restauriert im Museum.

Hier sitzen Gretel, Helga und Horsti 🙂
Die Frau an der Museumkasse sprach Deutsch, alle Exponate waren auf Deutsch beschriftet und auch alle Texte (lang und interessant!) waren auf Deutsch. Ein Raum widmete sich der Deutschen in Tsumeb, die dort bis heute einen Karnevalsverein haben und das Deutschtum pflegen. Inklusive „Kaffee und Kuchen“. Wir fanden ein „typisch deutsches“ Gartencafé, ließen uns guten Kaffee servieren und sinnierten über Namibia. Für uns fühlt es sich, seitdem wir die Grenzregion zu Angola verlassen haben, sehr deutsch an. Klar, die Landschaft ist (meistens) anders, aber Infrastruktur, Unterkünfte etc. sind deutscher Standard und als deutscher Urlauber bekommt man hier wahrscheinlich keinen Kulturschock. Man bekommt, was man zuhause gewohnt ist, allerdings zu wesentlich kleineren Preisen und bei dauerhaft wesentlich besserem Wetter. Ideal! Wir können die Begeisterung der Deutschen für Namibia nachvollziehen und seitdem wir verstanden haben, dass wir hier nicht mehr in Afrika, sondern in einem Urlaubsland sind und unseren Mindset auf „Urlaub“ statt auf „Reise“ gepolt haben, können wir das auch genießen. Richtig nett hier!
Wie es jetzt genau weiter geht, wissen wir noch nicht. In Tsumeb haben wir erfahren, dass ab dem 10. Dezember „alle“ kommen und es voll wird. Mal sehen, wie das unsere Weiterreise beeinflusst und was wir daraus machen! Wir wünschen Euch einen gemütlichen ersten Advent, leckere Plätzchen, saftige Lebkuchen und besinnliche Stunden mit Kerzen und Adventskranz! Macht es Euch gemütlich und schaut im aktuellen Video, wie wir, alles andere als gemütlich, im Sauseschritt von Gabun über Kongo nach Angola düsen, weil uns die Regenzeit, ein auslaufendes Visum und gesperrte Straßen zu Umwegen gezwungen haben:











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